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Die 5 Pferdetypen in der TCM: Typunterstützende Akupressur

Aktualisiert: 27. März 2019

Hast du dein Pferd in einem der fünf Pferdetypen wiedererkannt? Durch Akupressur lässt sich der ganz eigene Charakter deines Pferdes unterstützen! Dafür möchte ich dir hier fünf Akupressurpunkte für die entsprechenden fünf Pferdetypen vorstellen.



Herzlich willkommen bei meiner Reihe über die fünf Pferdetypen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)!

Die Fünf-Elemente-Lehre der TCM bietet eine Grundlage um Pferde hinsichtlich ihres Charakters und Körperbaus zu typisieren liefert somit Ansätze für artgerechten Umgang und Training. Eine kurze Einführung in die Theorie hinter den fünf Pferdetypen habe ich im ersten Teil dieser Reihe geschrieben - Die 5 Pferdetypen der TCM: Individuelles Pferdetraining.


Als ein Bestandteil der TCM werden Akupunktur und Akupressur angewandt um den Energiefluss zu positiv zu beeinflussen und dadurch Erkrankungen vorzubeugen oder sie zu heilen. Zwar wird für eine ganzheitliche, individuelle Therapie und Punkteauswahl fundiertes Wissen über die TCM benötigt, doch kannst du dein Pferd auch bereits mit etwas Basiswissen über spezielle Punkte unterstützen. Trächtige oder schwer erkrankte Tiere sollten aber nur von einem dafür ausgebildeten Profi behandelt werden und in Notfällen ist natürlich immer ein Tierarzt zu rufen.


Kleine Punkte - Große Wirkung

Bei der Akupressur werden Akupunkturpunkte durch leichten Fingerdruck stimuliert um das Energiesystem des Körpers zu harmonisieren. Die Hauptanwendungsgebiete von Akupressur liegen im Bereich der Linderung leichter Schmerzzustände sowie der positiven Beeinflussung der Psyche. Durch Akupressur werden nicht nur das Immunsystem stimuliert und die Selbstheilungskräfte angeregt, sondern auch die Leistungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden des Pferdes optimiert.


Die meisten Pferde sprechen sehr gut auf Akupressur an, zeigen schnell Entspannungszeichen während der Behandlung und lassen zum Beispiel den Kopf sinken. Bei funktionellen inneren Störungen jedoch ist Akupressur allein nicht ausreichend, sondern sollte als sinnvolle, zusätzliche Therapie unter vielen weiteren Behandlungsmöglichkeiten zu sehen sein.


Meridiane

Die Akupunkturpunkte liegen auf sogenannten Meridianen oder Leitbahnen entlang derer das Qi, die Lebensenergie, fließt. Es gibt zwölf Hauptmeridiane, welche jeweils einem Funktionskreis, also einer über das jeweilige Organ hinausgehenden komplexen Einheit, zugeordnet sind. So gibt es für jedes Organ im Körper einen zuständigen Meridian, der unter anderem dieses Organ mit Energie versorgt. Die Existenz von Akupunkturpunkten ist übrigens wissenschaftlich bewiesen: An den entsprechenden Stellen kann ein geringerer Hautwiderstand gemessen werden.


Punkte

Je nach Quelle finden sich unterschiedliche Lokalisationen für die einzelnen Akupunkturpunkte, da dieses System vom Menschen auf das Pferd übertragen wurde. Ich habe mit den folgenden gute Erfahrungen gemacht. Allerdings ist dazu zu sagen, dass Akupressur beim Herztyp nur beschränkt wirkt und beispielsweise nicht gegen die Überreaktionen hilft, da diese Bestandteil des Charakters sind.

  • Lebertyp: Leber 3 (innen am Hinterbein hinter dem Griffelbein oberhalb der Stelle an der ein dickes Blutgefäß kreuzt)

  • Nierentyp: Niere 3 (innen am Hinterbein am Sprunggelenk, zwischen Oberkante Fersenbeinhöcker und innerem Knöchel)

  • Milztyp: Milz-Pankreas 6 (innen am Hinterbein etwa eine Hand breit oberhalb des Sprunggelenks; kontraindiziert bei hochträchtigen Stuten!)

  • Herztyp: Herz 7 (innen am Vorderbein unter der Kastanie)

  • Lungentyp: Lunge 7 (innen am Vorderbein in der Rinne vor der Kastanie



Technik

Achte auf eine ruhige, für das Pferd bekannte Umgebung und atme selbst erst einmal tief ein und aus. Es ist wichtig, dass du selbst auch entspannt und im Gleichgewicht bist. Der entsprechende Punkt stellt sich im Vergleich mit dem umliegenden Gewebe meistens als weichere Stelle oder Delle dar - mit ein wenig Übung lässt sich das ganz gut erspüren!

Wenn du den Punkt gefunden hast, dann kannst du die Haut an der entsprechenden Stelle etwa eine Minute lang durch langsame kreisende Bewegungen deines Fingers verschieben.


In der Regel sollte die Behandlung mehrmals wiederholt werden. Im Fall eines gesunden Pferdes, welches in seinem Typ unterstützt werden soll, empfehle ich dir den entsprechenden Punkt zweimal pro Woche zu massieren.


Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren!


Referenzen:

Gösmeier, I. (2016) Akupressur für Pferde - Wirkung und Anwendung. Kosmos.

Krokowski, C. (2003) Akupunktur und Phytotherapie beim Pferd. Enke Verlag.

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