• Celina

Unser Weg vom Fohlen zum Reitpferd

Wow, ich kann kaum glauben wie schnell die Zeit vergeht... Nicht nur, dass mir nur noch wenige Wochen hier in England bleiben, sondern auch Fabu wird immer erwachsener! Sie hat sich in den letzten Monaten so toll entwickelt und ich bin dankbar für jede Minute, die wir gemeinsam verbringen dürfen! Ein kleiner Rückblick...

Zwar kenne ich Fabu vom ersten Tag an, jedoch war damals noch nicht klar, dass sie mal mein Pferd sein wird. Ich habe sie also ab und an besucht, aber ansonsten hat sie ihre ersten Monate relativ wild in ihrer kleinen Herde verbracht. Fabu's Mutter ist die Leitstute dort - kein Wunder also, dass Fabu seit jeher frech, mutig und neugierig ist. Ihre Aufgeschlossenheit hat es mir später auf jeden Fall leichter gemacht eine Beziehung zu ihr aufzubauen. Das andere Fohlen aus diesem Jahrgang war da deutlich skeptischer. Nachdem die beiden vergleichsweise spät von ihren Müttern getrennt wurden, habe ich mehr Zeit mit ihnen verbracht und angefangen sie an Berührungen zu gewöhnen. Fabu liebt es gekratzt und gestreichelt zu werden, hier hatte ich also keine großen Schwierigkeiten.

Auch Halfter anziehen und Hufe geben haben wir geübt, aber die meiste Zeit habe ich einfach so bei den beiden verbracht. Mit eineinhalb Jahren kam Fabu dann zu Cariñosa, einer ein paar Jahre älteren Stute, und mittlerweile war auch klar, dass sie mein Pferd wird! Trotzdem habe ich ein weiteres halbes Jahr nicht viel mehr mit ihr gemacht als putzen und Hufe geben - alles frei und auf ihrer Finca. Hier haben wir dann auch die ersten Führversuche gemacht. Zwar ist Fabu mir ohne Halfter immer überall hin gefolgt, aber geführt werden machte absolut keinen Sinn für sie. Sie stand einfach wie festgewurzelt da. Mit etwas Geduld und Cari vorneweg haben wir das dann aber auch gemeistert.

Erst letzten Sommer haben wir die beiden dann das erste Mal hoch zum Reitplatz geführt. Es folgten Führtraining, Gelassenheitstraining, das erste Anbinden am Putzplatz und Spaziergänge. Dabei gab es gute und schlechte Tage, ich habe an meiner Geduldsgrenze gearbeitet und Fabu hat eine ganz neue Welt außerhalb ihrer Grundstücksmauern kennen gelernt. Entsprechend ihrer Zuordnung nach den fünf Elementen der TCM zum Lebertyp hat sie sich geärgert, wenn ihr etwas nicht verständlich war oder es nicht nach ihrem Kopf ging. Und ich habe gelernt sie besser einzuschätzen und das so gut es geht zu vermeiden.

Seit diesem Jahr ist Fabu deutlich routinierter geworden. Wir haben viele neue Dinge gemacht, darunter Hängertraining, Hinlegen auf Kommando, das erste Mal Schweifwaschen, Freiarbeit oder Longieren. Und ich bin jedes Mal begeistert mit wie viel Vertrauen Fabu all dies meistert. Dabei muss ich aufpassen, dass ich vor lauter Spaß nicht zu lange mit ihr arbeite und ihre Konzentrationsgrenze nicht überschreite. Aber auch hier hat sie sich entwickelt und arbeitet schon viel länger konzentriert mit.

Fabula ist das erste Pferd, das ich wirklich von ganz am Anfang selbst ausbilde. Natürlich habe ich dabei Hilfe, frage um Rat und lese viel über Jungpferdeausbildung - aber letztendlich entscheide ich darüber welchen Weg wir gehen. Dabei versuche ich mich von meinem Bauchgefühl leiten zu lassen - Fehler gehören genauso zu unserem Alltag wie Erfolge. Wir lernen daraus und versuchen es das nächste Mal einfach auf eine andere Weise. Und ich muss sagen, auf diese Art hat bisher wirklich alles sehr gut funktioniert. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine so gute Beziehung, basierend auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt, haben, weil wir viel Zeit miteinander verbracht haben und uns gegenseitig kennen lernen konnten. Dabei darf man nicht vergessen, wie schnell Pferde lernen! Letztendlich habe ich ja nur einen ganz kleinen Bruchteil in Fabu's Leben mit ihr verbracht, da ich immer nur in den Ferien auf Mallorca bin. Und ich muss sagen, die Monate zwischen unseren Trainingsphasen, in denen Fabu einfach nur Pferd sein kann, sind das beste Training! Anschließend klappen die Dinge, an denen wir vorher geübt haben von ganz allein!

Rückblickend würde ich vieles sehr ähnlich machen. Ich würde gerne noch mehr Spazieren gehen und würde sie so gerne auch mal als Handpferd mit ins Gelände nehmen, allerdings gibt es hierfür zur Zeit keine Möglichkeit. Bisher haben wir an den absoluten Basics gearbeitet und so langsam wird es Zeit auch mal an Gymnastizierung und erste Bodenarbeitslektionen zu denken. Dabei ist mir wichtig, dass wir das Ganze dennoch spielerisch gestalten und Fabu nicht ihre Freude und Neugierde verliert.


Ich freue mich sehr auf unsere gemeinsame Reise!


Lesetips:

Wie viel und was soll man mit Fohlen machen? von Babette Teschen

Verantwortung für junge Pferde von Sylvia Czarnecki

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