• Celina

Wie alles begann...

Aktualisiert: 25. Feb 2018

Es gibt ein altes Familienvideo auf dem meine Eltern davon sprechen was es für mich im Leben noch alles zu entdecken gibt. Es fielen die Worte Pony und Segelboot. Ich glaube, ich war damals noch keine vier Wochen alt, aber bei Pony habe ich gelacht. Tja, was soll ich sagen? Die Ponies haben ganz klar gewonnen (sorry, Papa)!

Schon als Kind war ich fasziniert von Pferden! Im Sommer musste meine kleine Schwester als Pony herhalten und wir galoppierten durch den Garten, im Winter war das Wohnzimmer voll mit Barbiepferden, Weiden und Stallungen. Aber am allerliebsten saß ich auf Nordstern, unserem Zweibrücker Wallach. Mit ihm habe ich auch meinen ersten Pokal bei einer Führzügelklasse gewonnen.


Mein Pony Rivaal

Als ich acht Jahre alt war bekamen wir Rivaal (auch bekannt als Das Rennpony). Ich erinnere mich noch genau daran wie wir ihn endlich abgeholt haben. Ich saß hinten im Auto und habe die gesamte Fahrt vor Freude gestrahlt.

Wie sein Spitzname aber schon erahnen lässt, war es nicht immer einfach mit ihm. Ich weiß nicht mehr wie oft ich runtergefallen bin oder wie viele Male er mit mir durchgegangen ist. Glücklicherweise haben wir uns nie ernsthaft verletzt. Und trotzdem hätte ich mir kein besseres Pony wünschen können! Ich habe so viel gelernt durch ihn und bin unglaublich dankbar, dass er mich zehn Jahre meines Lebens so treu begleitet hat. Rivaal, du fehlst unendlich - aber in meinem Herzen bist du immer bei mir!


Mein Leben wird ein Ponyhof!

Nach dem Abi habe ich mich dazu entschieden Angewandte Medien in Hamburg zu studieren. Nach drei tollen Studienjahren zog ich nach München um dort als Redakteurin zu arbeiten. Obwohl ich den Job an sich gerne machte, fehlten mir die Pferde in meinem Leben unglaublich. Wenn man schon so viel Zeit mit Arbeiten beschäftigt, dann sollte es doch auch etwas sein wofür man brennt! So beschloss ich, mein Hobby zum Beruf zu machen und nochmal von vorn anzufangen.


Es folgten drei pferdereiche Jahre in Berlin, in denen ich am ersten Durchgang des neuen Studiengangs Pferdewissenschaft teilnahm. Hier gab es Höhen und Tiefen, aber alles in allem bin ich sehr froh, diesen Weg gegangen zu sein.

Während ich früher am liebsten mit meinem Pony Rivaal durchs Gelände und über die Felder galoppiert bin, habe ich vor ein paar Jahren angefangen mich intensiver mit artgerechter Pferdeausbildung zu beschäftigen und bin auf die Akademische Reitkunst gestoßen, wovon ich einfach nur begeistert bin! Im Juni 2015 hatte ich die Möglichkeit bei einem Kurs von Jossy Reynvoet erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Diese wurden dann im März 2016 vertieft, als ich einen Monat lang zu Gast auf dem Hof bei Celina Harich war. Es war eine anstrengende, aber unglaublich lehrreiche und schöne Zeit und wird auch nicht mein letzter Besuch gewesen sein. Ich glaube hier wurde mich noch einmal mehr bewusst, dass Reiten lebenslanges Lernen bedeutet. Ich freue mich auf alles was noch kommt!


In Berlin lernte ich Centered Riding Instruktorin Petra-Berg Hoffmann vom Reit- und Therapiehof Hollerhof kennen, wo ich fortan aushalf. Im Oktober 2016 absolvierte ich dann auch selbst die Ausbildung zur Centered Riding Instruktorin bei Lotta Mansson-Soderstrom. Auch belegte ich einige Kurse am Deutschen Institut für Pferdeosteopathie (DIPO) in Dülmen, von denen ich so begeistert war, dass ich die gesamte Ausbildung zum Pferdephysiotherapeuten ablegte und im Juli 2017 erfolgreich abschloss.


Das erste eigene Pferd

Während dieser Zeit lernte ich die 3-jährige PRE-Stute Bandolera auf dem Hof eines befreundeten Züchters auf Mallorca kennen. Der Wunsch nach einem eigenen Pferd war immer größer geworden und ich war über beide Ohren verliebt in Bando. Sie war noch komplett roh und anfangs ziemlich skeptisch. So war es toll, dass wir uns auf Mallorca erst einmal in Ruhe kennen lernen und an den Basics arbeiten konnten, bevor sie die lange Reise zu mir nach Berlin antrat. Ich konnte stundenlang einfach bei Bando sein und nichts tun - natürlich eher kontraproduktiv für mein Studium. Wobei genau genommen lernt man natürlich am meisten über Pferde indem man einfach Zeit mit ihnen verbringt. Und ich liebe es einfach Pferden beim Fressen zuzusehen und zuzuhören, das hat etwas so beruhigendes. Noch auf Mallorca gab es einen Moment, in dem ich mich einfach zu Bando auf den Boden gesetzt habe. Sie schaute mich kurz an und legte sich dann neben mich, dabei hatten wir nie am Hinlegen oder etwas ähnlichen gearbeitet. Bereits am zweiten Tag in Berlin tat sie das gleiche, ich war überglücklich!


Leider hatten wir aufgrund eines Unfalls viel zu wenig Zeit miteinander, doch davon an anderer Stelle mehr. Bando hat nicht nur die Art wie ich mit Pferden arbeite entscheidend geprägt, sondern auch mich als Menschen. Danke, Bando - du bist und bleibst unvergessen!


Fabula, einfach Fabulös!

Nach Bando's Tod brach eine Welt für mich zusammen. Ich habe fast alle ihre Sachen verkauft und konnte mir erst einmal nicht vorstellen ein neues Pferd zu haben. So bin ich mehr oder weniger unwillkürlich an Fabula gekommen. Ich kenne Fabu seit ihrer Geburt, sie kommt vom gleichen Gestüt wie Bandolera auf Mallorca. Da ihre Mama Herdenchefin ist, war sie schon als Fohlen frech ohne Ende und dachte ihr gehöre die Welt! Also ziemlich das Gegenteil zur ängstlichen Bandolera. Anfangs habe ich einfach Zeit mit ihr verbracht, wie mit den anderen Jungpferden dort auch. Aber irgendwann, nach vielen tollen Momenten miteinander, wurde mir dann klar: Das ist mein Pferd!

Fabu beeindruckt mich einfach jeden Tag aufs Neue, ist so lernbegierig und hat dabei ihren ganz eigenen (Dick-)Kopf. Sie wird dieses Jahr erst drei und ich wünsche mir für sie, dass sie ganz in Ruhe auf Mallorca aufwachsen kann. So besuche ich sie derzeit so oft es mein derzeitiges Business Management Studium in England zulässt.


Zwischen Misthaufen, Pferdewiesen und Reithalle #eintraumwirdwahr

Auch wenn im Moment noch alles in den Kinderschuhen steckt, so habe ich doch das Gefühl meinem Traum jeden Tag ein Stückchen näher zu kommen. Ich lerne in England so vieles und umso mehr freue ich mich darauf endlich alles auf meinem eigenen Hof umsetzen zu können! Mein Ziel ist es einen Pferdepensionsbetrieb mit Reitschule auf den Prinzipien artgerechter Pferdehaltung und -ausbildung aufzubauen. Im September bin ich mit meinem Studium fertig und komme dann nicht nur mit viel Wissen über Unternehmensstrategien und Finanzbuchhaltung, sondern auch mit einem fertigen Businessplan nach Deutschland zurück.


Vielen Dank an Sarah Bertermann von Rumgeknipst Fotografie für das Foto von mir und Cleo bei der Bodenarbeit!

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